Eine  Rose  für  die  dichter

fand am Sonnabend, 3. Juni 2017 um 14.00 Uhr
auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg statt.

 

Der Treffpunkt war auf der Friedhofsseite des Bestattungsforums (Fuhlsbüttler Str. 758, U-/S-Bahnstation Ohlsdorf) auf der großen Treppe gegenüber dem Mahnmal für die Opfer der NS-Verfolgung. Von dort sind wir zu Fuß zum Grab von Wolfgang Borchert [AC5 (6)] gegangen. Die Dauer der Veranstaltung betrug ca. 30 Minuten. Die Teilnahme war kostenfrei.

Jedes Jahr am ersten Juni-Wochenende ehrt der deutschlandweit tätige Verein Literaturlandschaften  Dichterorte mit einem Rosentag. Literaturfreunde sind dabei eingeladen, sich mit einer Rose in der Hand aufzumachen an ein Dichtergrab oder an einen anderen mit einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller verbundenen Ort, um mit dieser kleinen Geste an die Person und das Werk zu erinnern.

 

2016 nahm die Claudius-Gesellschaft e. V., die das literarische Erbe des Wandsbeker Bothen pflegt, erstmals an der Aktion teil. In diesem Jahr ist eine kleine Gruppe Literaturinteressierter am Grab Wolfgang Borcherts zusammengekommen. Mit Wolfgang Borchert, er starb vor 70 Jahren, ehren wir einen Dichter, dessen literarischer Pazifismus („Dann gibt es nur eins!“) durchaus auch auf Matthias Claudius zurückweist, der mit seinem oft zitierten „Kriegslied“ für eine vehemente Anklage von Kriegsgräueln und Kriegsleid steht.

 

Doch auch weitere zumeist vergessene Hamburger Schriftsteller/innen, deren Gräber wir nicht alle besuchen konnten, an die wir aber hiermit und mit dem einen oder anderen vorgetragenen Text erinnerten, haben in diesem Jahr Gedenktage:

Elise Averdieck (110. Todestag), Johanna Auguste Sophie Beier (100. Todestag), Hinrich Borkenstein (240.

Todestag), Barthold Heinrich Brockes (270. Todestag), Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (280. Geburtstag), Johann Georg Greflinger (340. Todestag), Johann Rist (410. Geburtstag/350. Todestag), Hans Erich Nossack (40.

Todestag), der ebenfalls auf dem Ohlsdorfer Friedhof [U22 (8-27)] begraben ist, und natürlich Heinrich Heine (220. Geburtstag) … Wenngleich weder in Hamburg geboren (1797 in Düsseldorf) noch gestorben (1856 in Paris), so hat Heine in Hamburg – in der „schönen Wiege seiner Leiden“ – bis zu seiner Emigration insgesamt ca. sechseinhalb Jahre verbracht.

 

Erle Bessert - Vorsitzende der Claudius-Gesellschaft e. V.

Download
Eine Rose für die Dichter_2017_Texte.pdf
Adobe Acrobat Dokument 356.7 KB