Eine Rose für die Dichter

Die Präsentation der Matthias-Claudius-Rose

war am Sonnabend, 2. Juni 2018, in der Christus Kirche Hamburg-Wandsbek (Robert-Schuman-Brücke 1, 22041 Hamburg)

Rosengedichte und Pflanzung des Rosenstocks „Matthias Claudius“ im Rahmen der
überregionalen Aktion „Eine Rose für die Dichter“.

 Die Rose – die Königin der Blumen – betört mit Form, Farbe und Duft alle Sinne. Pastor Richard Hölck hielt in der Wandsbeker Christus Kirche einen Vortrag mit einer Auswahl von Gedichten von Friedrich Hölderlin. Umrahmt wurde die Poesie von Klavierstücken von Wolfgang Amadeus Mozart und Frédéric Chopin, gespielt von Gerd Jordan. Nach der musikalischen Lesung wurde am Grab von Matthias Claudius, dem Wandsbeker Bothen, auf dem Historischen Friedhof Wandsbek neben der Christus Kirche ein Rosenstock der Rosenart „Matthias Claudius“ – eine Neuzüchtung von Rosen Tantau Uetersen – gepflanzt. Anschließend waren die ca. 80 Besucher eingeladen zu Kaffee und Kuchen.

Die Claudius-Gesellschaft beteiligte sich damit zum dritten Mal an der überregionalen Aktion ‚Eine Rose für die Dichter‘, die vom deutschlandweit tätigen Verein Literaturlandschaften e.V. vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde, um an Gedenkstätten und markanten Orten der Literaturgeschichte an Dichter vergangener Epochen zu erinnern.

Eine Kooperationsveranstaltung der Christus Kirche Wandsbek und der Claudius-Gesellschaft e. V. (www.claudius-gesellschaft.de)

"Eine Rose für die Dichter 2017" fand in Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedhof statt.

 Der Treffpunkt war auf der Friedhofsseite des Bestattungsforums (Fuhlsbüttler Str. 758, U-/S-Bahnstation Ohlsdorf) auf der großen Treppe gegenüber dem Mahnmal für die Opfer der NS-Verfolgung. Von dort sind wir zu Fuß zum Grab von Wolfgang Borchert [AC5 (6)] gegangen. Die Dauer der Veranstaltung betrug ca. 30 Minuten. 

Jedes Jahr am ersten Juni-Wochenende ehrt der deutschlandweit tätige Verein Literaturlandschaften  Dichterorte mit einem Rosentag. Literaturfreunde sind dabei eingeladen, sich mit einer Rose in der Hand aufzumachen an ein Dichtergrab oder an einen anderen mit einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller verbundenen Ort, um mit dieser kleinen Geste an die Person und das Werk zu erinnern.

 

2016 nahm die Claudius-Gesellschaft e. V., die das literarische Erbe des Wandsbeker Bothen pflegt, erstmals an der Aktion teil. Am 3. Juni 2017 war eine kleine Gruppe Literaturinteressierter am Grab Wolfgang Borcherts zusammengekommen. Mit Wolfgang Borchert, er starb vor 70 Jahren, ehren wir einen Dichter, dessen literarischer Pazifismus („Dann gibt es nur eins!“) durchaus auch auf Matthias Claudius zurückweist, der mit seinem oft zitierten „Kriegslied“ für eine vehemente Anklage von Kriegsgräueln und Kriegsleid steht.

 

Doch auch weitere zumeist vergessene Hamburger Schriftsteller/innen, deren Gräber wir nicht alle besuchen konnten, an die wir aber hiermit und mit dem einen oder anderen vorgetragenen Text erinnerten, hatten 2017 Gedenktage:

Elise Averdieck (110. Todestag), Johanna Auguste Sophie Beier (100. Todestag), Hinrich Borkenstein (240.

Todestag), Barthold Heinrich Brockes (270. Todestag), Heinrich Wilhelm von Gerstenberg (280. Geburtstag), Johann Georg Greflinger (340. Todestag), Johann Rist (410. Geburtstag/350. Todestag), Hans Erich Nossack (40.

Todestag), der ebenfalls auf dem Ohlsdorfer Friedhof [U22 (8-27)] begraben ist, und natürlich Heinrich Heine (220. Geburtstag) … Wenngleich weder in Hamburg geboren (1797 in Düsseldorf) noch gestorben (1856 in Paris), so hat Heine bis zu seiner Emigration in Hamburg – in der „schönen Wiege seiner Leiden“ – insgesamt ca. sechseinhalb Jahre verbracht.

Erle Bessert - Vorsitzende der Claudius-Gesellschaft e. V.

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